Auf der suche nach dem perfekten Namen

Wenn man sich selbstständig macht und dafür eine Website aufbaut, braucht man, um überhaupt starten zu können einen Namen. Den hat man zwar von Natur aus von seinen Eltern bekommen, aber nicht immer eignet er sich auch für die Website. Nachdem ich meinen Namen – Alisha Rexygel – schon mein Leben lang ausführlich buchstabiere und erkläre, war mir für meine Website ein eingängiger, leichter Name besonders wichtig.

Lange Zeit bin ich daher schwanger gegangen mit der Frage, wie die perfekte URL meiner Website heißen soll. Mein Baby, das alles über mich und meine Arbeit erklären soll. Mir fielen innerhalb der nächsten Stunden so viele Namen ein. Ich dachte „Hach, das wird ein Kinderspiel!“

Also checkte ich, ob meine Kreationen überhaupt noch verfügbar sind. Nach der anfänglichen Euphorie kam der erste Dämpfer. Natürlich waren die „besten“ schon vergeben. Ich überlegte weiter. Träumte inzwischen auch Nachts von Namen und Ideen. Und jeder neue Name wurde gleich in die Runde von Freunden und Familie gerufen.

Ich war heiß auf Feedback oder besser auf Bestätigung… 

Aber was passiert, wenn man 5 verschiedene Personen nach ihrer Meinung fragt? Sie haben 5 unterschiedliche Ansichten – zu JEDEM Namen. Ich wurde unsicher und meine Ansprüche an den Namen immer höher.

KRITERIEN AN DEN PERFEKTEN NAMEN
  • Was sich hinter der URL verbirgt, musste klar sein. Also, dass ich meine Dienste als Coach und Mediatorin anbiete.

  • Er sollte das Ziel, dass ich mit meiner Arbeit verfolge, erklären – jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, sein „ursprüngliches“ Ich wieder zu entdecken, hinter den oberflächlich gelernten Mustern. Also gleichzeitig die Zielgruppe definieren und ansprechen.

  • Der Name durfte nicht zu spirituell sein, denn auch Business Kunden sollten sich damit identifizieren können. Und vor allem sollte sie nicht den Eindruck vermitteln, ich sei eine „Esotante“.

  • Das Herz und die Intuition sollten im Mittelpunkt stehen.

  • Er sollte SEO konform, das heißt, über Suchmaschinen wie google gut auffindbar sein.

  • Natürlich durfte das alles nur durch ein einziges Wort zum Ausdruck kommen, damit man ihn sich leicht merken kann.

Vom festhalten

Ich wurde inzwischen wütend, fühlte mich hilflos. Mir war klar, wenn ich all diese Dinge nicht geklärt hätte, könnte ich nicht anfangen. Für mich wurde klar, alleine kann ich das niemals schaffen. 

Daher fragte ich einen befreundeten Texter nach einem Angebot. Und irgendwie bewirkte das etwas in mir.

Vom loslassen

Plötzlich konnte ich los lassen. Ich hörte auf, mich verrückt zu machen. Ich fing an zu vertrauen, dass ich den Namen schon noch finden würde.

Ich war gerade unterwegs und fing an, den Spaziergang zu genießen. Ich fühlte die Sonne auf meiner Haut. Den Wind in meinen Haaren und den Duft des aufkommenden Herbstes. Ich war bei mir und nahm meine Umgebung wahr. Auf dem Boden lag die erste Kastanie des Jahres. Ganz alleine auf dem Kiesweg. Sie glänzte und schrie förmlich danach, aufgehoben zu werden. Erst ignorierte ich sie und ging weiter. Aber aus einem Impuls heraus drehte ich wieder um und hob sie auf.

Und sie offenbarte mir ihr weißes Herz.

Mir war sofort klar, dass ich den Namen endlich gefunden hatte. Kastanienherz.

Das verlorene vertrauen

Sofort teilte ich den Namen meiner Umwelt mit. Und die ersten Reaktionen waren verwirrt und positiv zugleich. Doch je enger das Verhältnis zu den Menschen wurde, denen ich den Namen offenbarte, desto enger wurde mein Herz. Die Unsicherheit kehrte zurück. Ich verlor mein Vertrauen. Lies mich verunsichern. 

Also begann ich weiter zu suchen und andere Menschen in Form von Workshops, Brainstormings etc. um Hilfe zu bitten.

Doch sonderbarer Weise hatten sie alle frühestens in einem Monat Zeit dafür. Auch der befreundete Texter antwortete mir zwischenzeitlich, er könne mir aus Zeitgründen nicht helfen.

Verhext, dachte ich. Vielleicht aber auch ein Zeichen. Und ich fing an, die Frage in Frage zu stellen.

Die Frage in Frage stellen

„Was ist der richtige Name für meine Website?“ brachte mich nicht einen Schritt weiter. Aber ich wusste, wie wichtig er für mich ist. Also fragte ich mich: „Warum ist der Name für mich so überlebenswichtig“?

Der Anspruch an sich selbst und die Angst, nicht zu genügen

Und nach einiger Reflexion dazu, wurde mir klar, dass all die Ansprüche, die ich an den Namen der Website hatte, im Endeffekt Ansprüche an mich selbst sind. Ich projizierte alle meine persönlichen Ängste auf den Namen meiner Website. Und besonders wichtig dabei war mir, was meine Familie davon hielt.

Jeder Mensch tut dies auf seine Art – egal, ob ihn der Name tatsächlich betrifft oder nicht. Es ist nur ein Symbol. Als ich das erkannt habe, habe ich mich selbst erkannt. Ich konnte mich befreien von der Angst, nicht zu genügen. 

Mir wurde wieder klar, was mein eigentliches Ziel war. Ich habe mich doch deshalb überhaupt vor so langer Zeit auf den Weg gemacht! Und ich bin den Weg bis hierhin gegangen, um endlich frei zu sein! Frei von den Meinungen und der Bestätigung anderer. Unabhängig von der Liebe und Zuneigung anderer. Ich bin ihn gegangen, um mich selbst zu ermächtigen über mein Leben. MICH wieder zu fühlen. Zu spüren und zu wissen, was ICH will, was ICH brauche.

Meiner Intuition und meinem Herzen zu folgen. Klar zu sein. Unterscheiden zu können, welche Gefühle und Ansprüche zu mir gehören und, welche Gefühle und Ansprüche zu meinem Gegenüber gehören. Die Projektionen anderer zu erkennen. Meine Projektionen zu erkennen. Meinen Weg zu gehen. Ich zu sein! Frei zu sein! Fast hätte ich mich wieder verlaufen. Und all das wegen eines einzigen Wortes: Kastanienherz!

Mir ist jetzt klar, wie wichtig es ist, einfach auf sein Herz zu hören! Unsere Angst, nicht zu genügen, darf uns nicht davon abbringen!

Was ist dein Anspruch an dich selbst?

Nun frage ich dich selbst…Wenn es ein Wort gibt, dass dich in all deinen Facetten beschreibt, welches Wort wäre das? Was löst es in dir aus? Bist du bereit, damit raus in die Welt zu gehen? Oder hält dich etwas davon ab?